Leserbrief zum Artikel „Illertissen lässt Ökostrom abblitzen“ 6.3.2018

Die Entscheidung ist in der Tat nicht zu fassen. Die Aussage, „irgendwann“ das große Ziel 100 Prozent erneuerbaren Stroms zu erreichen, zeugt von großer Ignoranz ob der Herausforderung, die Erderwärmung nicht über 1,5 Grad ansteigen zu lassen. Richtig, unsere Stromleitungen führen sauberen, dreckigen und atomaren Strom. Es geht darum, den Anteil der Erneuerbaren in diesen Leitungen zu erhöhen und den umwelt- und klimaschädlichen Strom zurückzudrängen. Es geht darum, auf Jahrtausende strahlenden Atommüll, für den es keine sichere Endlagerung gibt, nicht noch weiter anwachsen zu lassen. Es geht darum, Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien in unserem Land zu sichern und zusätzlich zu schaffen, nachdem die Branche durch ein schlecht gemachtes EEG nahezu am Boden liegt und den Chinesen in den Schoß gefallen ist. Das alles scheint bei den Diskutanten zwar angekommen, aber es fehlt an der letzten Konsequenz. Es geht auch darum, als Stadt Vorbild für seine Bürgerinnen und Bürger zu sein. Vor Ort Geld in Projekte zur nachhaltigen Stromerzeugung zu stecken ist zwar löblich, aber eben inkonsequent, wenn nicht gleichzeitig zertifizierter Öko-Strom für die städtischen Einrichtungen bezogen wird.

 

Gabriela Schimmer-Göresz


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