ÖDP bemängelt Rückwärtssalto am Riedberger Horn ohne durchdachtes Grundkonzept

Die ÖDP in Schwaben sowie der Kreisverband Oberallgäu sehen sich anteilig bestätigt. Die CSU, die bisher mit ganzjährigem Naturschutz und Flächenerhalt auf Kriegsfuß stand, will ihre Wahlbonbons verteilen. Statt Kommerz und Klüngel soll Gutmenschentum verkauft werden. Michael Finger, ÖDP-Kreisrat und Landtagsdirektkandidat, der seit fast 10 Jahren in den Gestaltungsprozess am Riedberger Horn eingebunden ist, betrachtet, gemeinsam mit der Bezirksvorsitzenden Lucia Fischer den Ausgang nur mit bedingter Zufriedenheit.

Die Zehnjahresfrist für die Einfrierung des Projekts bildet maximal eine verharmlosende Pseudolösung. Wie geht es danach mit der beschlossenen Änderung des Alpenschutzplans und der Herausnahme aus Zone C weiter? Durch diese Eingriffe sind ähnlich gelagerten Projekten in der Region alle Möglichkeiten offen. Wird dieser Schritt wieder rückgängig gemacht?

Die vorgeschlagene Ersatzlösung eines Naturerlebniszentrums entbehrt jeder Grundlage. Entsprechende Denkleistungen, die ein solches Angebot benötigt, erfolgten wohl nicht. Mit Steuermillionen soll jetzt Altbekanntes als Neuinnovation verkauft werden. Der Naturpark "Nagelfluhkette", der bereits Naturerlebniskonzepte auch am Riedberger Horn anbietet, existiert schon. Naturpark-Ranger, die separat für ein neues Erlebnisprojekt eingestellt werden, leisten dann die gleiche Arbeit, wie die bereits jetzt tätigen Ranger in der Nagelfluhkette. Die Arbeitsplatzbeschaffung und die Personalkosten sind ja sinnvoll, aber sind sie auch sozial und ökologisch effizient? Die Elektrobusse, die den Touristenstrom befördern sollen, brauchen Stromtankstellen, nächtliche überdachte Abstellmöglichkeiten, usw. Wie kommen die Besucher zu den jeweiligen Haltestellen der Busse? In Balderschwang und Obermaiselstein sind keine Bahnhöfe, die als Ausgangsstation für Zugreisende zum Bustransfer dienen können. Also werden zahlreiche Autos die bisher nicht vorhandenen Parkflächen belegen und sich die entsprechende Verkehrsdichte auf den Zubringerstraßen entwickeln. Der Oberallgäuer ÖDP-Kreisrat und Landtagsdirektkandidat Michael Finger meint dazu: "Man kann nur hoffen, dass die vorgesehenen Gelder in Generationenprojekte investiert und nicht sinnlos verbaut werden. In Zusammenarbeit mit Naturschützern und Touristikfachleuten müssen wertvolle, für beide Seiten akzeptable Möglichkeiten entstehen."

Die Bezirksvorsitzende der ÖDP Schwaben, Lucia Fischer führt sogar aus: "Solange die Schutzzone am Riedberger Horn nicht wieder hergestellt wird, besteht für uns immer noch Zugzwang und wir werden rechtliche Möglichkeiten, wie z. B. die Normenkontrollklage der Verbände in Erwägung ziehen. Neuer, naturnaher Bergtourismus kann nur mit ständiger Überprüfung von ökologischer und finanzieller Integrität erfolgen, alles andere ist Augenwischerei!".

 

 


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