Sie machen wieder gemeinsame Sache

Verfasst von Ralph Patscheider, Augsburger Allgemeine

 

 

ÖDP, AB und Grüne verständigen sich auf einen Wahlvorschlag, den Helga Sonntag anführt

 

Illertissen: Sie hatte ein wenig überlegen müssen, aber jetzt ist sie erleichtert, sich erneut zu einer Kandidatur entschlossen zu haben. Helga Sonntag will zum vierten Mal in den Illertisser Stadtrat einziehen und das hat Sogwirkung. Einige Kandidatinnen erklärten, sie fänden gut, was Helga Sonntag macht, und wollten sie mit ihrer eigenen Kandidatur unterstützen.

Sie alle finden sich auf einem gemeinsamen Wahlvorschlag der Ökologisch-Demokratischen Partei, der Aktiven Bürger und von Bündnis 90/Die Grünen, kurz ÖDP/AB-Grüne, wieder. Helga Sonntag wird die einzig verbliebene, aktive Stadträtin auf der Liste sein. Wilhelm Schulte und Eva Schwab treten nicht mehr an. Rüdiger Stahl und Claus Geiger rücken auf die Plätze zwei und drei.

Dass es der Verbindung gelungen sei, trotzdem eine komplette und kompetente Liste mit 24 Kandidaten zusammenzustellen, fand Gabriela Schimmer-Göresz anerkennenswert. Die ÖDP-Bezirksvorsitzende aus Weiler leitete die Nominierungsversammlung im Illertisser Bahnhofshotel und hatte dabei mehr Arbeit mit den Regularien als mit dem eigentlichen Wahlvorgang. Änderungswünsche zu der vorgeschlagenen Reihung der Kandidaten gab es nicht. Über die Liste wurde geheim, aber als ganzem Block abgestimmt. 23 Wahlberechtigte (einige Kandidaten waren nicht anwesend) stimmten 23 Mal mit „Ja“, auf keinem der Wahlzettel waren Kandidaten gestrichen, was möglich gewesen wäre.

Um mit einem gemeinsamen Vorschlag (Liste) in die Kommunalwahl ziehen zu können, mussten alle drei Gruppierungen zuvor separat ihr Einverständnis beschließen. Die aktiven Bürger, die die Mehrzahl der Kandidaten stellen, hatten dies bereits getan. Von ÖDP und Grünen ließ Schimmer-Göresz diesen Beschluss am Beginn der Sitzung fassen. Helga Sonntag hatte davor die hervorragende Zusammenarbeit mit Schulte und Schwab in der auslaufenden Amtsperiode gelobt. Eva Schwab ergänzte, das habe für ihre Fraktion gegolten, aber leider nicht immer für den kompletten Stadtrat. Unterschiedliche Gruppen, einheitliche Themenschwerpunkte – schon vor der Nominierungsversammlung hatten sich die Kandidaten zusammengesetzt und Themenkataloge begonnen für sieben Bereiche. Hier einige Beispiele: Soziales – einen jährlichen Armutsbericht für die Stadt soll es geben und eine Beratungsstelle für Bedürftige eingerichtet werden; Energie – das städtische Klimaschutzkonzept ist konsequent umzusetzen, eine Bürgerenergiegenossenschaft anzuschieben und den Strombezug der Stadt auf Ökostrom umzustellen; Verkehr – neben sicheren Rad- und Schulwegen ist ein Pendlerparkplatz in Bahnhofsnähe zu schaffen, der City-Nautibus behindertengerecht auszustatten und CarSharing in Illertissen zu etablieren; Stadtentwicklung – neues Bauland nur noch bei Eigenerschließung und ökologischer Bauweise genehmigen und bezahlbaren Wohnraum in verdichteter Bauweise schaffen; Ökologie – Nahversorgung und Vermarktung regionaler wie biologisch erzeugter Lebensmittel fördern, Lärmschutz entlang der Autobahn; Wirtschaft – Betriebe mit umweltgerechter Produktion und familiengerechten Arbeitszeiten unterstützen sowie die Innenstadt als zentralen Einzelhandelsstandort stärken; Finanzen – Verzicht auf Prestigeobjekte.

Weitere Listenverbindung steht nicht zur Debatte

Eine Listenverbindung mit einer weiteren Gruppierung wollen ÖDP/AB/Grüne nicht eingehen. Darin waren sich die Kandidaten ausnahmslos einig.

Foto: Ralph Patscheider


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